Wie in einer Blase oder besser: Lafayette | #tttwe2

Hallo Welt, 

die letzten Tage oder besser: die letzten Wochen habe ich immer öfter das Gefühl, dass ich die Zeit anhalten möchte. Nur kurz bitte, für einen Moment. Jetzt sind seit unserem letzten Ausflug schon wieder zwei Wochen vergangen… Mir war schon klar, dass die Zeit im Ausland schnell vorbeigehen wird, aber so unfassbar schnell? Hilfe. 

Jeden schönen Moment ganz tief aufsaugen und genießen. 

Wie im letzten Post angekündigt, war es nach unserem ersten #tttwe sehr bald darauf für Daisy, Tobi und mich Zeit für einen weiteren Ausflug. (Ich sagte ja, dass uns ziemlich vollgepackte Wochenenden bevorstehen.)

Wir haben uns ein Auto gemietet (unsere rote Flitzerin „Caroline“, wie wir sie liebevoll nennen) und sind damit am Freitag Abend nach Lafayette gedüst. 

Am Nachmittag davor wurden wir aber noch im Commander’s Palace im Garden District zum Essen eingeladen… Nach einer Schildkrötensuppe (schmeckt nicht schlecht, sogar ein bisschen nach Gulasch), einem fruchtigen Gartensalat mit Erdbeeren und einem ausgezeichnetem Creme Brulee, Bread Pudding und Strawberry Shortcake machten wir uns dann auf den Weg von New Orleans nach Lafayette.

Daisy und Tobi waren bereits einmal für einen Tagesausflug dort und haben sehr von diesem ruhigen Städtchen, vor allem aber von der Blue Moon Bar geschwärmt. Das Tolle an dieser Bar war, dass man im Blue Moon Guesthouse übernachten konnte und dieses Hostel mit der Bar durch eine Tür verbunden war. Wer von euch „How I Met Your Mother“ kennt, kann sich das ungefähr wie die Wohnung über der Hausbar McLaren’s vorstellen… nur dass unser Zimmer drei Meter! von der Anschlusstür zur Bar entfernt war. 


Wir sind am Abend angekommen, haben eingecheckt und uns dann als Abendessen einen Hot Dog geholt. Danach sind wir ein bisschen in der Stadt herumspaziert. Weil wir alle drei lustigerweise das Handy im Zimmer vergessen hatten, gibt es leider keinerlei Dokumentationsnachweise. Wir sind (wie eigentlich immer) der Musik gefolgt und haben die genialste Cajun-Bar entdeckt. Im Pat’s spielte eine Band im bekannten Cajun-Stil und die verschiedensten Menschen tanzten dazu. Wir haben dieses bunte Spektakel mit einem Bier beobachtet und uns wie bei einer Zeitreise in eine andere Welt gefühlt. Irgendwann sind wir dann wieder in unsere Blue Moon Bar zurück und haben uns dort 4! Bands angehört. Ihr könnt euch wahrscheinlich vorstellen wie herrlich das war: kein Handy, keine schwere Tasche und nur gute Musik und tolle Gespräche. Die Bands waren einfach fantastisch: von einer Teenie-Rockgruppe bis zu einer richtigen Cajunband war fast alles dabei… Irgendwann nach 03:00 Uhr sind wir nach diesem feinen Abend mit viel Gequatsche, grandioser Musik und einigen Bieren totmüde ins Bett gefallen.

Den Samstag haben wir auf diese Nacht hin ruhiger angehen lassen. Es hat geschüttet wie aus Eimern und weil wir etwas später aufgestanden sind, waren viele Frühstückslokale entweder knallvoll oder es wurde kein Frühstück mehr serviert. Deshalb sind wir in das „Dwyer’s Café“ für Kaffee und Sandwiches gegangen (oder in Tobis Fall: Jambalaya, „Meatballs“, Kartoffelpüree und Salat ohne Dressing- ihr wisst schon, wegen den Kalorien und so).


Am Nachmittag kam dann sogar die Sonne raus und wir konnten durch das Städtchen spazieren, Fotos machen und das schöne Wetter genießen. Wir haben unter anderem einen süßen kleinen Plattenladen mit einer breiten Auswahl an verschiedensten Schallplatten aus jedem Genre entdeckt…

Weil wir doch ein bisschen müde von unserem Vorabend waren, haben wir uns ein gemütliches Café gesucht. Wir sind schließlich im „Reve“ gelandet und dort ein bisschen versumpft. Versumpft in diesem Sinne: es war einfach zu gemütlich in unseren großen, weichen Sesseln mit Kindle und iPads bewaffnet… und sogar der Kaffee war ausgezeichnet! Der Erste übrigens, der annähernd an den Kaffee herankommt, wie wir ihn kennen. 

Außerdem gab es in diesem Café Brettspiele und worüber wir uns ganz speziell gefreut haben: sie hatten auch „Die Siedler von Catan“- ein wirklich geniales Strategiespiel mit hohem Suchtfaktor. Wir haben das über eine Stunde lang mit vielen Verfluchungen (meistens aus Daisy’s Richtung) und „Banana Bread“ oder „Cinnamon Scone“ (meistens in meiner Gegend) gespielt. An dieser Stelle muss ich erwähnen (eher werde ich „höflich“ dazu aufgefordert), dass der blutige Anfänger Tobi mit guter Planung und wissendem Vorhersehen gewonnen hat. (An dieser Stelle Fluchhagel aus Daisy’s Richtung).
Am späten Nachmittag haben wir uns in der Eisdiele „Borden’s Ice Cream Shoppe“ gegenüber von unserem Guesthouse Schokolade- und Salted Carameleis geholt und uns damit auf unserer Veranda vor dem Guesthouse in die Schaukelstühle gesetzt. 

Es wäre ja nicht ich, wenn ich nicht im Vorhinein nach ein paar Restaurants oder Bars recherchiert hätte. Die Suche ergab unter anderem eine Tapas Bar (Pamplona Tapas Bar), wo es anscheinend die besten Cocktails der Stadt gibt. Da mussten wir natürlich hin und weil es eine Tapas Bar war, wollten wir gleich auch noch die Küche dort ausprobieren. Es konnte ja keiner ahnen, dass das eher ein Schickimicki-Lokal mit dementsprechenden Preisen war… wir haben uns keineswegs die Laune verderben lassen, trotzdem dort gegessen und sogar einen Cocktail probiert (wirklich ausgezeichnet übrigens). 

Nach einem kleinen Spaziergang durch die „Hauptstraße“ der Stadt sind wir wieder in unserem geliebten Blue Moon gelandet. Die Bands an diesem Abend waren wieder einfach grandios. Mit Geigen, Gitarren und Kontrabässen, Countrygesängen und genialen Outfits mit Cowboystiefeln und Latzhosen – so verbrachten wir unseren letzten Abend in Lafayette, in unserer gemütlichen „Anderen-Welt-Blase“.
Am Sonntag war der Himmel wieder strahlend blau und wir machten uns auf zur „The French Press„, einem Frühstückslokal, das wir eigentlich schon am Samstag besuchen wollten. Im Gegensatz zum Vortag bekamen wir aber nach kurzem Warten einen Platz in dem gut besuchten Lokal. Das Breakfast Sandwich mit Buttercroissant, Ei, Speck, Käse, Tomate und Avocado war nicht von dieser Welt- so gut! Dieses deftige Essen hat uns aber dezent ausgenockt und so sind wir komatös mehr rollend als gehend zu unserem Guesthouse zurückgeschlendert. Vor unserer Abreise wollten wir aber noch etwas im Lafayette Central Park entspannen. Dort haben wir ein kleines Fotoshooting (Daisy und ich) und eine gemütliche Lesesession auf einem der „Oak trees“ (Tobi) gemacht.

Der kurze Stopp bei einer Tankstelle, um Kaffee und etwas Süßes zu kaufen, war ein echtes Highlight. Die Verkäuferin war ganz aus dem Häuschen, dass deutschsprachige Touristen in ihren Shop gekommen sind und hat auch gleich ihrer Mitarbeiterin quer über die Gänge zugerufen, dass Leute aus Deutschland hier wären. (Nachdem wir zum wiederholten Male versucht haben ihr zu erklären, dass wir doch aus Österreich sind…).

Wir fuhren dann den längeren Weg am Bayou entlang zurück nach New Orleans. Was für eine wunderschöne Gegend… Mit strahlendem Sonnenschein, einem Kaffee in der Hand und einer Roadtrip-Playlist zum Mitgrölen war diese Fahrt einfach perfekt.
Am Abend haben wir uns noch ein Theaterstück von Tennessee Williams im Rahmen der „Tennessee Williams Festival„- Woche in New Orleans angesehen: „the milk train doesn’t stop here anymore“ – eines seiner wenigen „heiteren“, aber trotzdem anspruchsvollen Stücke. Es war wirklich genial in Szene gesetzt und die Schauspieler, vor allem die Hauptdarstellerin (eine ältere Dame), waren grandios.

Was könnte besser sein, als dieses perfekte Wochenende mit einer Folge Game of Thrones abzuschließen? Nichts, wie wir finden… 

Weil die „tttwe“s so gut funktionieren, haben wir uns die Woche darauf gleich wieder auf den Weg gemacht… Dieses Mal ging es für ein paar Tage nach Texas. Mehr dazu im nächsten Post.

Stay tuned for that! :)

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